Buchstaben sind ein wunderbares Material. Aus ihnen können Welten entstehen, Gefühle erwachsen. Sie müssen nur richtig aneinandergereiht werden, und sie bilden eine Geschichte, die das Herz berührt und das Hirn anregt.

Schnell geraten sie jedoch durcheinander, einer schleicht sich an den falschen Platz oder versteckt sich, und auch die Satzzeichen sitzen nicht immer dort, wo sie sollen. Bei fremden Texten fällt das schnell auf, doch für die eigenen sind viele Autoren betriebsblind. Der Kopf weiß, was die Finger tippen sollten und liest die Buchstaben, die er gedacht hat statt derer, welche die Augen vor sich sehen.

Ein Buch ist wie ein Tor zu einer anderen Welt, doch Fehler befördern den Leser unsanft in die Realität zurück, ziehen seine Gedanken fort von der Geschichte. Im Korrektorat spüre ich solche Fallstricke auf und beseitige sie.